Die Marktführer der Cloud-Welt

Die Marktführer der Cloud-WeltCloud

Cloud Services sind in aller Munde, und zwei Unternehmen machen sich einen besonderen Namen: Microsoft Azure und Amazon Web Services. Lesen Sie in diesem Artikel, was die beiden unterscheidet und erleichtern Sie Ihre Entscheidung. Lesezeit 7 Minuten


 

Für IT-Verantwortliche ist die Einführung neuer Technologien immer eine Herausforderung und auch ein Risiko. Bei Cloud Computing kommen noch weitere Herausforderungen hinzu. Häufig sind die Angebote der Cloud Services nicht 1:1 vergleichbar mit der bekannten IT-Architektur in unseren Rechenzentren.

Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Übersicht zu den beiden Marktführern Amazon AWS und Microsoft Azure geben und Anregungen liefern, welche Themen auf Sie als IT-Infrastrukturverantwortlicher zukommen.

Der Kosmos der Cloud-Anbieter wird zunehmend komplexer. Während bestehende Provider kontinuierlich ihr Angebot erweitern, stoßen unaufhörlich neue Player hinzu. Dennoch gibt es zwei Riesen, die den Kosmos dominieren: Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure. Wir haben das Cloud-Angebot von Amazon und Microsoft verglichen und die Stärken und Schwächen der Services zusammengefasst. Natürlich gibt es viele weitere, sehr gute Cloud Anbieter. Dieser Blog soll Ihnen den Einstieg in das Thema erleichtern. Daher bitten wir alle hier nicht kritisierten Anbieter um Nachsicht.

AWS

Mit einem erwarteten Umsatz von $14 Milliarden ist Amazon Web Services der Branchenriese unter den Cloud Providern. Die bereitgestellten Server umfassen ein Vielfaches der Kapazität, mit der die Konkurrenz aufwarten kann. Der Cloud-Pionier wurde 2006 gegründet und konnte durch seine frühe Präsenz eine tiefgehende Expertise aufbauen.

Azure

Der Cloud Service von Microsoft wurde 2010 gegründet. Wenngleich Azure nicht mit der Größe der Rechenzentren von AWS konkurrieren kann, war der Provider in der Lage seine Produktpalette schnell ausbauen und damit an AWS aufzuschließen. Insbesondere mit der hervorragenden Schnittstelle zu etablierten Microsoft-Produkten wie Office kann Azure punkten.

 

Das Kopf-an-Kopf-Rennen heruntergebrochen

Hybrid-Lösungen

Einige Unternehmen haben nicht die Möglichkeit, ihre gesamte IT-Infrastruktur in die Cloud zu migrieren. Sei es aufgrund von Richtlinien oder weil bestimmte Systeme mit sehr geringer Latenz erreichbar sein müssen.

Bei der Konfiguration solcher Hybrid-Lösungen ist Azure überlegen. Microsoft hat früher als Amazon die Nachfrage nach Cloud-Architekturen, die in bestehende On-premises-Systeme integriert werden können, antizipiert. Beide Anbieter stellen jedoch verschiedene Services bereit, um hybride Strukturen zu ermöglichen. Beispielsweise StorSimple, Hybrid SQL Server und Stack von Azure sowie Storage Gateway, DynamoDB Local und OpsWorks von AWS.

Menge der Services

Die Servicepalette von Amazon kann man sich wie ein riesiges Warenhaus vorstellen. Es gibt eine hohe Vielfalt an Produkten, allerdings ist es aufgrund der Masse an Angeboten nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Und wenn man die Abteilung des Warenhauses gefunden hat, in der das gesuchte Produkt verkauft wird, gibt es vielleicht bereits ein neueres und Aktualisierungen sind notwendig.

Dieser Analogie folgend ist Azure ein ordentlicher und strukturierter aber kleiner Supermarkt. Das gewünschte Produkt findet sich schnell – wenn es denn überhaupt angeboten wird.

Eine von Microsoft zusammengestellte Gegenüberstellung der Services von AWS und Azure finden Sie hier.

Kompatibilität mit Open Source

AWS legte von Beginn an Wert auf eine hohe Kompatibilität mit Open-Source-Anwendungen, so gibt es zum Beispiel seit je her Linux-Betriebssysteme für EC2-Instanzen, den virtuellen Maschinen in der AWS Cloud. Traditionell ist Microsoft kein Advokat der Open-Source-Community (oder generell von Kompatibilität von Produkten außerhalb des MS Universums), vollzieht seit einiger Zeit aber einen Paradigmenwechsel. Es werden keine Mühen gescheut, um Azure freundlicher für Open-Source-Anwendungen zu machen und zu AWS aufzuschließen. Bis diese Metamorphose vollzogen ist, wird es allerdings noch dauern.

Andererseits ist die Integration von Microsoft Services in Azure simpel. So ist es möglich, dass bestehende Enterprise Agreements mit Microsoft kostenlose Kapazitäten in der Cloud umfassen.

Support und Dokumentationen

Cloud-Neulinge und Unternehmen, die eine Cloud-Transformation ihrer IT-Systeme planen, können bei AWS auf ein etabliertes Partnernetzwerk zurückgreifen. Dieses unterstützt den Entwurf einer individuellen und maßgeschneiderten Cloud-Architektur und führt so zu stimmigen Ergebnissen. Aufgrund der zuvor erwähnten Komplexität des Angebots von AWS ist diese Hilfe sehr wichtig.

Im Gegensatz dazu wird Azure im Magic Quadrant von Gartner ein “unorganisiertes und unerfahrenes Ökosystem von verwalteten und professionellen Service-Partnern” vorgeworfen. Das erschwert die Entwicklung einer qualitativen Cloud-Architektur.

Ähnlich verhält es sich beim Kundensupport und der Dokumentation der einzelnen Dienste. Gartner lobt AWS für einen “exzellenten Business-klasse” Support  und “genaue” Dokumentationen, während Azure Probleme in diesem Feld attestiert werden.

Dafür brilliert Microsoft aber in einem anderen Bereich: Schulungen. In Kollaboration mit der bekannten Bildungsplattform EdX bietet Microsoft umfangreiche Schulungen an. Sowohl für Neulinge als auch Cloud-Computing-Veteranen.

Überregionale Verfügbarkeit und Datensicherung

Amazon nutzt eine zweistufige Hierarchie für die Orchestration ihrer Infrastruktur. Die übergeordnete Komponente heißen Regionen. Jede Region ist ein separates geographisches Areal, welches mindestens zwei isolierte Availability Zones beherbergt. Letztere sind durch Datenverbindungen mit geringer Latenz verbunden.

Daten können mit großer Einfachheit zwischen Availability Zones innerhalb der gleichen Region repliziert werden. Dies ist bei einigen Produkten, zum Beispiel dem Speicherlösung Amazon S3, der Standard und geschieht, ohne dass der Nutzer selbst tätig werden muss. Des Weiteren können Daten auch in anderen Regionen abgelegt werden. Damit wird eine noch größere Dauerhaftigkeit (durability) der Daten erlangt und diese gleichzeitig Kunden in verschiedenen Teilen der Welt zugänglich gemacht.

 

Amazon Web Services Weltweite Infrastruktur

Die Infrastruktur von Azure besteht lediglich aus Regionen. In diesen befindet sich jeweils eine Lokation mit einem Rechenzentrum, dass die Region versorgt. Um Redundanz zu erreichen können Nutzer bei der anfänglichen Konfiguration ihres Speichers zwischen zwei Optionen entscheiden.

“Locally Redunant Storage” sorgt für die Replikation der Daten innerhalb der gleichen Lokation. Bei der Nutzung von “Geo Redundant Storage” werden Files in einer sekundären Region gespeichert, welche sich mindestens 250 Meilen vom primären Rechenzentrum entfernt aber in der gleichen Geographie befindet.

Trotz dieser Möglichkeit ist es mit Azure schwerer Workloads in verschiedenen Regionen abzusichern und nutzbar zu machen.

 

Kurz und bündig

AWS Azure
Hybrid-Lösungen Hybrid-Lösungen schwer umsetzbar Zahlreiche Dienste für Hybrid-Lösungen
Services Großes, aber teils unübersichtliches Angebot Kleineres, aber besser strukturiertes Angebot
Open Source Sehr gute Anbindung zu Open Source Mittlere bis gute Anbindung zu Open Source
Support Starkes Partnernetzwerk, hilfreiche Dokumentationen Unerfahrenes Partnernetzwerk, schlechte bis mittlere Dokumentationen, hilfreiche Schulungen
Verfügbarkeit Leichte Bereitstellungsmöglichkeiten über verschiedenen Regionen Starke globale Präsens, aber schlechtere Bereitstellungsmöglichkeiten über verschiedene Regionen
Preisstruktur Komplexe Preisstruktur Komplexe Preisstruktur

 

Die gemeinsamen Laster aller Provider

Komplexe Preisstrukturen und -mechanismen

Einen Makel, den viele Cloud-Anbieter gemein haben, sind die komplexen Mechanismen, mit Hilfe derer die zur Verfügung gestellten Serviceleistungen abgerechnet werden. Angesichts der Produktpalette ist das nicht verwunderlich. Jedoch ist teilweise nicht klar für welchen Services man wann, abhängig von welchen Parametern, wie viel bezahlt. Das Resultat können hohe Kosten sein. Zum Beispiel, wenn eine unbenutzte virtuelle Maschine nicht abgeschaltet wurde und so weiter Geld verbrennt.

Hier sollte besonders auf die Wirkung der Preismechanismen geachtet werden, um die kostenminimalste Lösung und Nutzung zu erreichen sowie mögliche Rabatte zu beanspruchen.

Anwendungen müssen für die Cloud fit gemacht werden

Eine Großzahl an Diensten und Apps, die bislang im privaten Rechenzentrum oder der Colocation gelaufen sind, können nicht ohne Modifikation in die Cloud verlagert werden. Oft verlangt es Anpassungen oder sogar vollständiger Überarbeitung bis Anwendungen Cloud-fertig sind.

 

Eine Empfehlung fällt schwer

Wahl des richtigen Cloud-Anbieter

Kein Cloud-Anbieter ist anderen in jeglichen Belangen überlegen und könnte den Anspruch erheben immer das Mittel der Wahl zu sein. Tatsächlich ist es für jeden einzelnen Fall notwendig den Provider zu finden, der am besten den individuellen Anforderungen genügt.

Oftmals stellt sich dabei heraus, dass kein einzelner Cloud Provider in der Lage ist jeden der verlangten Dienste abzudecken, weshalb verschiedene Cloud Provider für verschiedene Workloads zu Rate gezogen werden müssen.

Was brauche ich eigentlich?

Wir haben bei der EOS gute Erfahrungen damit gemacht, nicht den gesamten Bauchladen des Providers zu prüfen sondern uns im Detail anzuschauen, was der Kunde eigentlich benötigt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Eine solide Anforderungsanalyse liefert als Ergebnis das, was wirklich benötigt wird. Dieses Ergebnis legen wir über die Service Angebote und zeigen auf, was davon in welcher Weise auch machbar ist. Lassen Sie sich nicht überwältigen von den vielfältigen Möglichkeiten. Überprüfen Sie, was Sie wirklich brauchen und unterscheiden Sie zwischen dem Möglichen und dem Sinnvollen.

Welche Herausforderungen auf Sie zukommen können, wenn Sie die Reise in die Cloud antreten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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